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Hardware für Fliegenbinder

Vor einiger Zeit hat mich ein Fliegenfischer gefragt welche Werkzeuge er unbedingt bräuchte, wenn er seine Fliegen selbst binden wollte. Eine gute Frage. Was braucht man als Einsteiger wirklich, und was nicht? Wirft man dann einen Blick in den Katalog eines Fachhändlers verwirrt das große Angebot eher, als dass es zu einer klaren Entscheidungsfindung führt.

Der Fliegenbindestock ist das Zentrum einer Bindeausrüstung. Es gibt unzählige Ausführungen in allen Preisklassen. Wichtig: Der erste Bindestock muss solide und funktional, also einfach zu bedienen sein. Außerdem sollte er Haken aller relevanten Größen halten. Darunter verstehe ich einen winzigen 16er Trockenfliegenhaken, aber auch einen Streamerhaken in Größe 3/0. Es gibt Stöcke mit Schraubhalterung oder einer schweren Bodenplatte. Letztere ist universell auf allen geraden Flächen einsetzbar und man läuft im Gegensatz zur Schraubklemme nicht Gefahr eine wertvolle Tischkante zu zerkratzen.

Es gibt recht passable Bindestöcke in der Preisklasse zwischen 30.– und 60.– €. Damit lässt sich sehr lange arbeiten. Erfahrungsgemäß bleibt es während einer erfolgreichen Binderkarriere ohnehin nicht bei einem Stock. Irgendwann kauft man sich doch noch ein besonders “schickes” Modell.

Für den Anfang genügen ein paar absolut notwendige Grundwerkzeuge. Ich rate aber grundsätzlich vom Kauf eines „preisgünstigen“ Komplett-Sets ab. Solche werden oft wirklich verblüffend günstig angeboten, sind aber dann in aller Regel von minderer Güte. Vor allem der dazu gehörige Bindestock lässt meist ziemlich zu wünschen übrig. Legen sie Ihr Geld gleich gezielt an. Mit nur ein paar wirklich notwendigen Werkzeugen in guter Qualität. Hier mein Vorschlag für den Einstieg. Überblick der Werkzeuge von links nach rechts:

Der Spulenhalter oder „Bobbin“. Einfache Ausführungen kosten zwischen 2.– bis 4.– €. Dieses sinnreiche Instrument liefert den Faden von einer Spule und hält ihn durch sein Eigengewicht unter Spannung, sobald er frei nach unten baumelt, weil wir alle Bindefinger gerade für etwas anderes brauchen. Ein grauer Bindefaden ist übrigens farblich sehr universell.

Der Einfädler für 1.– bis 2.– € hilft uns den Faden durch das Röhrchen des Spulenhalters zu bekommen. Der Griff ist hohl und kann für den „halben Stich“ am Kopfknoten verwendet werden. Das spart den Knotenbinder.

Eine ausreichend gute Schere bekommt man schon zwischen 5.– und 10.– €. Achten Sie auf scharfe Schneidblätter und eine feine Spitze. Beim Binden wird man auch hin und wieder feinen Metalldraht durchtrennen. Ich empfehle dazu eigentlich ein separates altes Modell. Wer trotzdem die gute Schere verwendet, den Draht immer ganz hinten im Innenwinkel schneiden, nie im vorderen Spitzenbereich.

Mit der Hechelklemme erfasst man die Spitze einer bereits auf dem Haken fixierten Hahnen- oder Hennenfeder, um sie dann um den Hakenschenkel zu winden und beispielsweise einen klassischen Hechelkranz zu formen . Die Klammerwirkung muss stark genug sein, um die feine Spitze der Feder festhalten zu können. Einfache Modelle liegen zwischen 2.– und 4.–€. Viel komfortabler ist aber eine rotierende Hechelklemme mit Griffstange (ab 7.– €).

Eine Bindenadel (ab 1,50 €) ist das vermutlich einfachste Gerät der Werkzeugsammlung, aber sehr universell. Man kann mit ihr Haare aus einem Fliegenkörper zupfen oder das eine oder andere Beinchen gerade rücken. Der Einsatzbereich ist sehr vielseitig.

Ein Fläschchen Nagellack (ca. 2.– €) für den Kopfknoten bzw. Verkleben bestimmter Bindeschritte bei größeren Fliegen z.B. Streamer.

Zudem benötigen wir noch etwas spezielles Bindewachs (4.– €). Damit haftet so manches Körpermaterial besser am Faden.

Alle Kosten zusammengerechnet, der Bindestock ist dabei die Hauptausgabe, lässt sich für rund 60.– bis 90.- € ein qualitativ gutes Werkzeugset selbst zusammenstellen, das viele Bindejahre seinen Dienst tun wird.