Köcherfliegen unter Wasser…und der “Leisenring Lift”
Sobald eine Köcherfliegenlarve in ihrer Entwicklung soweit ist, verwandelt sie sich zu einer „Puppe“, die schließlich zur Wasseroberfläche schwimmt, wo aus ihr das flugbereite Insekt schlüpft. Auf dem Weg dahin werden viele dieser Aufsteiger, wie auch die Nymphen der Eintagsfliegen, von hungrigen Fischen abgefangen. Die grüne Köcherfliegenpuppe auf dem Bild hat es zum Beispiel nicht geschafft. Sie stammt aus dem Schlund einer mit Nymphe gefangenen Forelle.
Unten sind drei unterschiedliche Nymphentypen abgebildet, von denen jede einen Köcherfliegen-Aufsteiger imitieren kann. Man sollte sie in ein paar verschiedenen Farben zur Auswahl haben. Etwas in grün bzw. oliv fehlt hier noch.
Die Technik sieht in etwa so aus: Bei langsamerer Strömung die Leine quer bzw. leicht schräg stromab zum Bach auslegen, etwas lockere Schnur nachgeben, damit das beschwerte Muster absinkt, dann die Leine herumschwingen lassen und das Muster durch zitterndes Heben der Rutenspitze langsam zur Oberfläche holen. Im schnellen Wasser eher weiter stromauf werfen, um der Nymphe bzw. Puppe genügend Zeit zum Abtauchen zu geben. Die Nymphe an sich vorbei treiben lassen bis sich die Schnur stromab streckt. Dadurch steigt das Muster eigentlich ohne weiteres Zutun auf und viele Fische können diesem Reiz nicht widerstehen. Eine interessante Anwendung für tiefere Rinnen und Gumpen. Im Prinzip ist es ähnlich, als würde man eine Nassfliege herumschwingen lassen, nur dass die Muster jetzt aus größerer Tiefe aufsteigen. Eigentlich führt man diese Technik im Ansatz meist unbewusst aus, wenn man Ende einer Präsentation die Leine für einen neuen Wurf zurückholen möchte. Deshalb packt in dieser Phase sehr oft noch ein Fisch zu.
Der Amerikaner James Leisenring (gest. 1951) hat die Technik vor dem zweiten Weltkrieg erstmals beschrieben. Er hielt sie für geeignet, um flussabwärts von einem gerade eingenommenen Standort gesichtete Fische bzw. vielversprechende Standplätze bewusst mit den damals üblichen Nassfliegen anzufischen. Er musste diese recht weit stromauf ablegen, damit sie genügend Zeit hatten bis auf die Standtiefe des Fisches abzusinken. Mit den heute verwendeten beschwerten, schnell sinkenden Nymphen mit Messing- oder Tungsten-Köpfchen ist die Ausführung sehr viel einfacher. Die Methode hat sich dann in der Fliegenfischerwelt kurz und prägnant als „Leisenring Lift” eingebürgert.



